9. April 2019

Niedriges Angebot lässt Immobilienpreise weiter steigen

Gutachterausschuss Münster legt aktuellen Grundstücksmarktbericht vor / Rund 2400 Kaufverträge ausgewertet / Bisher höchster Jahresumsatz

Münster Die Immobilienpreise in Münster sind 2018 wie in den Vorjahren weiter gestiegen. Zum zehnten Mal in Folge verzeichnete der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Münster einen Preisanstieg für unbebaute Grundstücke. Mit durchschnittlich 6 Prozent war dieser aber nur halb so hoch wie noch ein Jahr zuvor. Entscheidend für die weiterhin hohen Preise war das nach wie vor sehr geringe Angebot auf dem Grundstücksmarkt.

„Lediglich etwas mehr als 2400 Kaufverträge für alle Immobilienarten wurden im Jahr 2018 im Stadtgebiet Münster abgeschlossen. Das ist ein Wert, der auf dem Niveau der letzten Jahre liegt“, berichtet Michael Tegtmeier, Vorsitzender des Gutachterausschusses, anlässlich der Vorstellung des aktuellen Grundstücksmarktberichtes. „Dem gegenüber steht ein Geldumsatz von über 1,25 Milliarden Euro. Das ist der höchste Jahresumsatz, der jemals in Münster registriert wurde.“

Einen kleinen Anteil an der Gesamtzahl aller Kaufverträge nehmen die Verträge für unbebaute Grundstücke für Einfamilienhäuser ein. Hiervon wurden im vergangenen Jahr lediglich 206 Grundstücke verkauft, das sind 40 weniger als 2017. Der Anteil der städtischen Verkäufe ist seit Jahren niedrig und lag bei etwa 20 Prozent.

Deutlich zugenommen hat die Anzahl der verkauften Ein- und Zweifamilienhäuser. Etwa 750 dieser Objekte wechselten den Besitzer, 180 mehr als im Vorjahr. Die neuen Eigentümer mussten dafür tief in die Tasche greifen, denn die Preise sind deutlich gestiegen. Nach 7 Prozent im Vorjahr sind nochmal 11 Prozent im Jahr 2018 hinzugekommen. Damit sind Einfamilienhäuser heute rund 65 Prozent teurer als vor 10 Jahren. Freistehende Einfamilienhäuser kosteten 2018 im Mittel rund 562.000 Euro, für Doppelhaushälften wurden durchschnittlich 440.000 Euro und für Reihenmittelhäuser etwa 360.000 Euro gezahlt. Bei den Mehrfamilienhäusern lag die Anzahl mit etwa 120 Verträgen auf Vorjahresniveau, die Preise sind hier um ca. 5 Prozent gestiegen.

Leicht rückläufig waren dagegen die Verkäufe von Eigentumswohnungen. Nach 1250 Verträgen im Vorjahr wurden diesmal 1220 registriert. Die Preise stiegen beim Ersterwerb um 2,5 Prozent, bei den gebrauchten Eigentumswohnungen im Mittel um 5 Prozent. Allerdings verzeichnete der Ausschuss starke Schwankungen innerhalb des Stadtgebietes, wobei die äußeren Stadtteile mit 12 Prozent die stärksten Zuwachsraten verzeichneten. Für neue Eigentumswohnungen mussten die Käuferinnen und Käufer 2018 im Durchschnitt 4600 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche ausgeben. Gebrauchte Wohnungen waren günstiger: von 1950 Euro in den äußeren Stadtteilen bis rund 3600 Euro im zentrumsnahen Bereich.

Aufgrund der registrierten Preissteigerungen hat der Gutachterausschuss auch in diesem Jahr die für unbebaute Grundstücke gebildeten Bodenrichtwerte nochmals angehoben, und zwar durchschnittlich um die festgestellte Preissteigerung von 6 Prozent.

 

Zurück