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13. Juli 2019

Gastronomen hängen Mode als Mieter in B-Städten ab

Mieter aus der Gastronomiebranche haben im ersten Halbjahr 2019 in Deutschland zum ersten Mal mehr Flächen gemietet als Modehändler.

In B-Städten sind die Textilanbieter nicht nur von den Gastronomen abgehängt, sondern auch von Lebensmittelhändlern überholt worden. Die beiden wichtigsten Mietergruppen in Deutschland – Mode und Gastronomie – bewegen sich mit 25% und 24% im laufenden Jahr erstmals auf Augenhöhe. Wohlgemerkt: Die Nase vorn haben die Gastronomen mit 25%. Der Trend ist eindeutig: „Vor dem Hintergrund, dass die Gastronomen hierbei zehn Prozentpunkte gegenüber dem Durchschnitt der vergan-genen fünf Jahre gewinnen, während die Textiler sieben Prozentpunkte einbüßen, wurden Vermietungsanteile und folglich auch Nachfrageimpulse zwischen zwei Branchen mit sehr verschiedenen Flächen- und Lagevorstellungen im Verlauf der letzten fünf Jahre umverteilt“, fasst Christoph Scharf, Geschäftsführer von BNPPRE und Co-Head Retail Services, die Entwicklung zusammen.

Für Deutschland insgesamt beziffert BNPPRE den Umsatz mit Ladenflächen von Januar bis Juni 2019 auf rund 300.000 qm. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 wurden im vergleichbaren Zeitraum mehr als 500.000 qm von den Maklern verbucht.

Der Flächenumsatz schrumpft in A-Städten, steigt aber in B-Städten

In innerstädtischen Lagen von A-Städten zählte BNPPRE im ersten Halbjahr 2019 rund 200 Vermietungen bzw. Eröffnungen, die sich zu einem gesamten Vermietungsumsatz von knapp 80.000 qm addierten. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres war in den Citylagen der A-Städte noch spürbar mehr los gewesen: Damals wurde ein Flächenumsatz von 90.000 qm registriert. Zu den A-Städten zählt BNPPRE nicht nur die sieben üblichen Verdächtigen – Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart -, sondern auch Hannover, Leipzig und Nürnberg.

B-Städte: Gastronomen hängen Textiler ab, Lebensmittelhändler auf Platz zwei

Ein erklecklicher Anteil des aktuellen Vermietungsgeschehens in deutschen Innenstadtlagen geht auf das Konto der sogenannten B-Städte. Unter den hier zusammengefassten 17 Städten verbergen sich viele Studentenstädte wie Münster, Würzburg oder Heidelberg. In den B-Citys wurden 45.000 qm in rund 100 Deals/Eröffnungen umgesetzt – ungefähr 50% mehr als im ersten Halbjahr 2018 (rund 30.000 qm). Modeeinzelhändler machten dabei nur 14% des Flächenumsatzes aus. Fast vier von zehn vermieteten Quadratmetern – oder 39% – gingen dagegen auf das Konto von Gastronomen. Sogar Lebensmittelhändler (17%) überrundeten die Bekleidungsanbieter. Die Erklärung: Systemgastronomen, Supermärkte und Discounter sehen in Studenten eine wachsende Zielgruppe und wollen möglichst nahe am Verbraucher – also in den Citylagen – sein.

Bewertungsportale gleichen Lagenachteile mitunter aus

Auf der Expansionswelle der Systemgastronomen surfen auch viele inhabergeführte Restaurants: BNPPRE verzeichnet sowohl beim Filialisierungsgrad (aktuell: 78%) als auch beim Internationalisierungsgrad (23%) leichte Rückgänge. Weil Bewertungsplattformen Lagenachteile mitunter ausgleichen können, gewinnen Sekundärlagen mit einem Anteil von 26% wieder an Bedeutung. Innerstädtische B- und Nebenlagen böten, so BNPPRE, gegenüber Hauptfrequenzlagen oft auch den Vorteil, dass Gastronomen dort „aufgrund von Mietpreis- und Verfügbarkeits-gesichtspunkten“ größere Flächen bespielen könnten als in A-Lagen.

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