15. Juli 2019

Deutsche Bahn will Wohnungen schaffen

Auf Flächen der Deutschen Bahn (DB) sollen Wohnungen entstehen. Das kündigte das Unternehmen heute in einer Pressekonferenz in München an. Auf welchen DB-eigenen Flächen im Lande Wohnungen errichtet werden können, werde derzeit geprüft, heißt es. Für die Stadt München und ihr Umland hat der staatseigene Konzern 23 Standorte mit einem Wohnbaupotenzial für 650 Haushalte ausgemacht.

Etwa 100.000 neue Mitarbeiter wolle die Bahn in den kommenden Jahren einstellen, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler. Damit die auch in Städten mit hohen Mieten anheuern, will die Bahn ihr Wohnraumkonzept ausweiten.

12 Euro für den Neubauquadratmeter in München-Bogenhausen

Vorgesehen ist unter anderem, neuen Wohnraum auf bahneigenen Flächen zu schaffen. Die Bahn führe deshalb „an verschiedensten Standorten“ Gespräche mit Kommunen, heißt es. In München und seinem Umland könnten dem Unternehmen zufolge Wohnungen für 650 Haushalte errichtet werden. Ein erstes Projekt ist auf den Weg gebracht. In Münchens Stadtteil Bogenhausen werden bis Jahresende 74 Mietwohnungen für Eisenbahner entstehen. Dafür hat DB einen entsprechenden Vertrag mit der Grundstücksentwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft GVG unterzeichnet. Die Bahn sichert sich damit die Belegungsrechte für 74 Wohnungen. Die ersten Eisenbahner können im Dezember dieses Jahres einziehen. Vorgesehen ist, dass sie mit GVG einen Werksmietvertrag abschließen. Die Einheiten sollen für 12 Euro/qm (kalt) vermietet werden. Laut DB liegt der Wert am unteren Ende des Münchner Mietspiegels.

Kommt eine DB-Verbilligungsrichtlinie?

Wie die Bebauung der bahneigenen Flächen erfolgen soll – ob in Eigenregie, nach Verkauf an Kommunen oder, wie es die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) vorsieht, im Dreiklang Konzern, Kommune und private Investoren – dazu äußerte sich DB nicht. Einen Hinweis darauf, dass darauf vor allem preisgünstiger Wohnraum entstehen könnte, gibt der jüngst veröffentlichte Bericht der Baulandkommission. Darin wird empfohlen, „gleiche rechtliche Rahmenbedingungen für die DB AG und das Bundeseisenbahnvermögen zu schaffen wie für die Bima“. Geprüft werden solle auf Grundlage der Bima-Verbilligungsrichtlinie, inwiefern Liegenschaften für sozialen und preisgedämpften Wohnungsbau verbilligt verkauft werden können.

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